GRUNDWISSEN FÜR JEDEN ZUKÜNFTIGEN STAR- INVESTOR

von Patrick Fries

In unseren heutigen Artikel geht es um die Basics im Bereich des Investierens. Du erfährst hier die wichtigsten Dinge die du beim Handeln von Aktien wissen solltest. Lerne aus unseren Erfahrungen, damit dir nicht dieselben Fehler unterlaufen wie uns und du dich sicher fühlst beim Kauf und Verkauf von Wertschriften. 

Aktien

Indem du eine Aktie erwirbst, beteiligst du dich an zukünftigen Gewinnen und Verlusten eines Unternehmens. Das bedeutet, du wirst Eigentümer und hast ein Mitbestimmungsrecht an der Generalversammlung. Das Unternehmen ist auf das Aktienkapital angewiesen, damit es investieren und einen Gewinn erarbeiten kann. Ein Teil des Gewinnes bleibt im Unternehmen und wird investiert um zukünftiges Wachstum sicherzustellen, der Rest wird normalerweise an die Aktionäre (also neu auch an dich!) in Form einer Dividende ausbezahlt. Keine Angst, falls das Unternehmen einen Verlust ausweist wird das meistens aus den gebildeten Reserven bezahlt. Aber dafür leidet normalerweise der Aktienkurs des Unternehmens.

Hierzu ein kurzes Rechenbeispiel:

Du kaufst Aktien des Unternehmens PalmValue AG
Ausgangslage: Insgesamt existieren 1 Million Aktien der PalmValue AG -> das Unternehmen hat einen Börsenwert Wert von 100 Millionen.
Der Aktienkurs ist somit bei CHF 100.- pro Aktie. Du kaufst 10 Aktie für je CHF 100 / Gesamtkosten CHF 1’000
Somit gehört 0.00001% des Unternehmens DIR!

Aktienkurs

Eine Aktie der Firma Nestlé kostet knapp CHF 100, eine Aktie der Zürich Versicherung knapp CHF 390. Auf den ersten Blick könnte man nun annehmen, dass die Aktie der Zürich Versicherung mehr Wert hat als die der Nestlé – dies Sichtweise ist aber falsch ! Die Aktienpreise sagen nichts über den Wert einer Firma aus! Dies ist ein häufiger Irrglaube unter Neuinvestoren. Firmen haben eine unterschiedliche Anzahl von Aktien welche auf Markt(Börse) gehandelt werden. Nestlé hat einen Börsenwert von ca. 281 Milliarden und die Zurich Versicherung ca. 58 Milliarden.

Handelsplätze

Gekauft und Verkauft werden Aktien an der Börse. Doch es gibt nicht den einen grossen Internationalen Handelsplatz, sondern die wichtigen Länder verfügen jeweils über einen eigenen. Schweizer Firmen können immer über den Schweizer Handelsplatz SIX gehandelt werden. Ausländische Firmen müssen über einen Börsenplatz des jeweiligen Landes gekauft werden. Beispielsweise Aktien der Firma Volkswagen können an der Börse Frankfurt, Berlin, Stuttgart und vielen weiteren gekauft werden. Beachte hierbei: für Käufe auf ausländischen Börsenplätzen fallen dabei höhere Gebühren an als für Aktien aus der Schweiz.

Firmen können selber entscheiden an welchen Börsenplätzen sie überall gehandelt werden möchten (Stichwort Kotierung). Beispielsweise Nestlé ist in der Schweiz, Deutschland, Amerika, und Grossbritannien an den Börsenplätzen vertreten.  

Wir empfehlen folgende Börsen:

Schweiz: SIX
Deutschland: Frankfurt oder Xetra
Amerika: NYSE, NASDAG

Falls immer möglich empfehlen wir die Aktie am Haupthandelsplatz zu kaufen, da dort das grösste Volumen (Anzahl Aktien) gehandelt wird.

Index

Ein Index bildet Märke oder spezielle Segmente ab. Beispiele:

SMI: bildet die 20 grössten Firmen aus der Schweiz ab (gemessen an der Marktkapitalisierung)
DAX: bildet die 30 grössten Firmen aus Deutschland ab (gemessen an der Marktkapitalisierung)
Dow Jones: bildet die 30 grössten Firmen aus den USA ab (gemessen an der Marktkapitalisierung)
S&P 500: bildet die 500 grössten Unternehmen der USA ab (gemessen an der Marktkapitalisierung)

Ein Index ist somit eine Übersicht über die Zusammensetzung der Wirtschaftszweige eines Landes.

Risiko

Jedem der Aktien kauft muss klar sein, dass damit einhergehende Risiken vorhanden sind. So wie die Chance vorhanden ist eine gute Performance zu erzielen, ist auch die Chance vorhanden, dass die Aktie über Jahre hinweg an Wert verliert. Eine Firma kann auch Konkurs (in Zahlungsunfähig) gehen. Dieses Risiko ist immer vorhanden. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit bei einem soliden Unternehmen sehr klein. Deshalb ist es auch sehr wichtig nicht nur Aktien eines, sondern diverser Unternehmen zu kaufen. Sollte ein Unternehmen schlecht performen, machen es die anderen Unternehmen mit guter Performance wieder wett (Diversifikationseffekt).

Vergesst nicht, dass auch für Geld auf dem Bankkonto ein Risiko existiert. Die Kaufkraft deines Guthabens sinkt stetig durch die ansteigende Inflation. Einfach erklärt: du hast zwar mehr Lohn und/oder Geld, mit diesem kannst du jedoch immer weniger bezahlen.

In der nachfolgenden Grafik seht ihr die stark steigende Geldmenge der USA. Es gilt: umso mehr Geld gedruckt wird, umso weniger Wert hat Geld (Angebot & Nachfrage).

Unter M1 versteht man die Zahlungsmittelmenge, bestehend aus Bargeld (Banknoten, Münzen), Giroguthaben/Sichtguthaben und sonstigen direkt nutzbaren Zahlungsmitteln.

Um diese Problematik der Geldentwertung weiter zu veranschaulichen ein Beispiel unseres Grossvaters:

Als unser Grossvater jung war, im Jahre 1950, hat er ca. CHF 10’000 im Jahr verdient. Vor 70 Jahren ein durchschnittlicher Lohn in der Schweiz. Um für die Zukunft vorzusorgen, hat er jedes Jahr 30% seines Jahreslohnes gespart, also CHF 3’000.  Nach 10 Jahren sparen hat er sich ein stattliches Vermögen von CHF 30’000 aufgebaut. Zu dieser Zeit sehr viel Geld und nur durch starken Verzicht zu erreichen! Doch setzt ihr nun diese Zahlen in Relation mit heute werdet Ihr sehen, dass damit wesentlich weniger gekauft werden könnte als noch vor 70 Jahren. Mit einer Sparquote von 30% kann bei einem Durchschnittslohn heute  von CHF 80’000 die gleiche Menge Geld in 15 Monaten gespart werden.   

Dieser Geldentwertung kann durch kluges Investieren entgegengewirkt werden. Den statistisch bewiesen stieg die Börse seit 1926 jährlich um 6-8%. Also hätte unser Grossvater das Geld zu dieser Zeit an der Börse angelegt, hätte er folgende Rendite erwirtschaften können:

Hätte er 1960 die Ersparten CHF 30’000 investiert, wären bis heute daraus über CHF1’000’000 geworden. (Den Zinseszinsrechner findest du hier)

Philosophie

An der Börse kann man auf verschiedene Arten sein Geld anlegen.

Konservativ/Dividenden: Du kannst dein Geld in Unternehmen investieren, die seit vielen Jahren viel Geld verdienen und in der ganzen Welt bekannt sind. Ihr Wachstum ist eher schwach, dafür zahlen sie eine faire Dividende (1-8% von deinem investierten Kapital) und das Risiko (Ergebnisschwankungen, Schwankung des Aktienkurs) ist tief.

Wachstum: Diese Unternehmen verfolgen eine starke Wachstumsstrategie. Falls sich die Investitionen dieser Unternehmen auszahlen, spiegelt sich das im Aktienkurs wider. Eine Dividende wird meistens nicht gezahlt, da Sie das Geld reinvestieren. Das Risikoprofil dieser Aktien ist mittel.

Zocker: Du kannst an der Börse, gleich wie im Casino, volles Risiko eingehen. Du kannst dein Geld in Firmen investieren, die sich innerhalb eines Tages verdoppelt können oder halbieren. Diese sind meistens unbekannte Unternehmen. Ein Beispiel dafür wäre ein Labor, dass an einem Medikament forscht. Falls das Medikament den Durchbruch schafft, verdienst du gutes Geld. Falls nicht ist die Aktie nahezu wertlos. Somit ist das Risikoprofil dieser Aktien hoch.

Unsere Philosophie ist es Aktien aus den Sparten Konservativ und Wachstum zu kaufen und langfristig bis ewig zu halten. Mit dieser Strategie haben wir ein ausgewogenes Risikoprofil mit guten Dividenden-Zahler und Wachstumstreibern.     

Spesen

Für jeden Handel mit Aktien, ob Kauf oder Verkauf, fallen Gebühren (Courtagen) an. Wir zahlen bei unserem Broker Swissquote für Transaktionen folgende Gebühren.

Wie wir es machen:

Wir kaufen uns normalerweise Aktienpositionen zwischen CHF 1’500 – 1’990. Da hier die Spesen Prozentual am niedrigsten sind. Als wir noch arbeiteten, haben wir jeweils direkt nach der Lohnzahlung unseren Sparbetrag auf Swissquote überwiesen. Es ist psychologisch besser, denn meistens braucht man soviel Geld wie auf dem Sparkonto vorhanden ist. Mit dem Geld auf Swissquote haben wir uns fortlaufend weitere Aktien gekauft sobald wir den Betrag von CHF 1500 erreicht hatten.

Bei einer wesentlich kleineren Sparrate (CHF 50-500) würden wir uns jeweils für CHF 450-490 neue Aktien kaufen. Denn unter CHF 500 bezahlt man bei Swissquote nur CHF 9 Gebühren anstatt CHF 20. Unter CHF 400 sind die Gebühren Prozentual sehr hoch.

Du hast noch kein Wertschriftendepot? Eröffne hier eins und erhalte zusätzlich CHF 100 Guthaben für deine ersten Käufe. Wir erklären dir in diesem Artikel die dazu nötigen Schritte.

Schwankungen

Wichtig ist es dein Aktiendepot nicht stündlich zu überprüfen! Du willst dein Geld über einen langen Zeitraum anlegen und über einen kurzen Zeitraum wird sich wenig bewegen. Allzu oft dein Depot zu überprüfen verführt dich nur dazu mit deinen Aktien zu traden. Statistisch gesehen ist es am besten die Aktien zu kaufen und ewig liegen zu lassen. Da die Börse Schwankungen untersteht wird dein Depot sicher auch zu einem gewissen Zeitraum eine negative Rendite ausweisen. Doch dann heisst es hart bleiben und diese Zeit aussitzen.

Hab doch Geduld! Die dunkelste Stunde ist immer die vor Sonnenaufgang.

Hans-J.F. Karrenbrock

Zum Schluss

Normalerweise sind der Mittelstand und die Unterschicht sehr kritisch eingestellt gegenüber Aktien. Denn sie wollten das wenige Geld, dass Sie besitzen auf keinen Fall verlieren. Doch das ist der falsche Ansatz, den nur investiertes Geld kann sich auch vermehren. Wie einst Muhammad Ali sagte: Wer nicht den Mut hat Risiken einzugehen, wird im Leben nichts erreichen. 

Kennt Ihr eine wohlhabende Person die Ihr Geld auf dem Bankkonto gebunkert hat? Alle die wir kennen, haben Ihr Geld an der Börse, in Immobilien oder Wertgegenstände (Uhren, Kunst) investiert.

Nun lautet die Frage: Sind Sie Wohlhabend wegen dem Investieren oder haben Sie investiert, weil Sie Wohlhabend sind? Oder möglicherweise beides?

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2 Kommentare

Miriam 21 März 2021 - 08:36

Sehr guter Beitrag . Danke

Antworten
Patrick Fries 22 März 2021 - 03:14

Danke vielmals Miriam 🙂

Antworten

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