VON PUERTO ESCONDIDO NACH SAYULITA – 1402 KM DURCH MEXIKO

von Stefan Fries

Achtung surfen und Roadtrip ist angesagt! Von Puerto Escondido nach Sayulita in 14 Tagen – 1’402 Km quer durch die 6 Bundesstaaten Oaxaca, Guerrero, Michoacan, Colima, Jalisco und Nayarit.

Die vier Surfboards auf das Dach geschnallt – CHECK, Backpacks verstaut – CHECK, Playlist ready – CHECK, hungrig auf Wellen – CHECK der Roadtrip konnte am Montagmorgen endlich starten. Doch nochmals zurück auf Sonntag, denn wir mussten vor der Abfahrt noch Surfboards organisieren. In der Surfer Stadt Puerto Escondido etwa gleich einfach zu finden wie eine Bank in Zürich. An jeder Ecke hat es Shops mit Occasion-Brettern und auch auf Facebook-Marketplace gab es unzählige Angebote. Nun standen wir vor der Qual der Wahl -welches Board soll unser Erstes, eigenes werden? Da die Shops am Sonntag relativ früh schlossen, musste (zum Glück) eine schnelle Entscheidung her. Jetzt hiess es für uns noch den Sonntag ausklingen lassen, uns von den neugewonnenen Kollegen verabschieden und früh zu Bett gehen. Denn bereits um 06.00 ist Abfahrt zu unserem neuen Ziel.

Barra de Potosi

Nach dem Beladen des Autos, da mussten wir unsere gelernten Tetris-Fähigkeiten anwenden, fuhren wir los Richtung Barra de Potosi. Unsere erste Etappe war ebenfalls unsere längste –  vor uns lagen 624 km also ca. 10.5 Stunden Fahrt.

Fenster runter – Musikvolume hoch (inkl. grauenhaftem mitsingen), Roadtrip Feeling pur!    

Unser erster Halt war knapp in der Hälfte der Strecke in der alten Springbreak-Hochburg Acapulco. Hier gab es ein kurzes Mittagessen um schnell weiterfahren zu können. Uns wurde nahegelegt, in dieser Gegend nicht bei Nacht zu fahren. Kurz nach Sonnenuntergang waren wir dann endlich bei unserem Hotel angekommen.

Am nächsten Morgen machten wir uns bereits um 07.30 auf den Weg zu unserem Surfspot. Das frühe Aufstehen hatte sich definitiv gelohnt, schulterhohe Wellen und nur wenige Leute waren zu dieser Zeit bereits im Wasser. Als Zugabe konnten wir zudem während dem warten auf die Wellen den Pelikanen beim Fischen zusehen. Zurück im Hotel verlängerten wir dann unseren Aufenthalt direkt um eine Nacht – so einen perfekten Surfspot findet man schliesslich nicht alle Tage.

Ixtapa

Nach einem weiteren super Surftag fuhren wir weiter nach Ixtapa. Die Fahrt war verhältnismässig  kurz – lediglich 40 min. Leider aber mussten wir sie doppelt machen, da wir unsere Surfkleider im Hotel vergessen hatten. Wir haben uns für vier Nächte ein ganzes Haus in guter Nachbarschaft gemietet. Dies da die Mietpreise in dieser Gegend relativ günstig waren. So verbrachten wir die nächsten Tage mit Surfen am Morgen und Fitness am Nachmittag. Am 1. April wollten wir am Abend an eine Party gehen da dies mein Geburtstag war. Leider war jedoch nicht viel los und wir entschieden uns lieber frühmorgens surfen zu gehen.

Nexpa   

165 Km weiter südlich war unser nächstes Ziel – Nexpa. Auf dem Weg dorthin kamen wir in eine Polizeikontrolle. Mit den vier Surfboards auf dem Dach und dem vollgepackten Kofferraum machten wir uns schon auf eine ungemütliche Begegnung gefasst. Doch der Polizist begrüsste uns mit einem Fistbump, fragte wohin wir unterwegs waren, gab uns ein paar Insidertipps für gute Surfspots und liess uns weiterziehen. Eine sehr amüsante Erfahrung nach den teils schlechten Erfahrungsberichten mit der Polizei die sonst in Internetforen umhergeistern.

Nexpa ist ein kleines, abgelegenes Dorf mit nur sehr schlechtem Internet-Empfang. Der perfekte Ort also um abzuschalten. Wir mieteten uns eine Cabana am Strand mit traumhafter Aussicht auf die Wellen. Nach ein paar Runden Billard und einem Bier in der einzigen Bar in Nexpa, gingen wir schliesslich schlafen. Die Hütte war zweistöckig und nur sehr spärlich eingerichtet, ausser den Betten und einer kleinen Küche gab es keine Möbel. Zudem hatte es überall Löcher – wir teilten also unsere Hütte mit sehr vielen Mücken. Doch das Panorama, dass sich uns am nächsten Morgen beim Frühstücken bot, liess uns die eher ungemütliche Nacht schnell vergessen. Fast noch besser als das Panorama waren die Wellen, ein schöner Pointbreak mit einer Höhe von 2-3 Metern.

Manzanillo

Da unsere Hütte nur für einen Tag verfügbar war, machten wir uns nach dem Surfen wieder auf den weg. Vor uns lagen knapp 270 Km, eine Fahrzeit von etwa 5 Stunden. Bei einem Zwischenstopp auf der Strecke nach Manzanillo, machten wir uns auf die Suche nach einem AirBnB. Wir haben die geeigneten Vermieter angeschrieben und nach einem Rabatt gefragt, da wir sehr kurzfristig buchen und Sie sonst die Wohnung nicht vermietet bekommen. Das hatte bislang sehr gut funktioniert. Diesmal leider nicht, nur ein Vermieter hat sich gemeldet und seine Wohnung war bereits gebucht. Als Notlösung haben wir auf Booking ein schönes Appartement gefunden und sofort gebucht. Nach der Bestätigung hat uns eine Dame am Telefon mitgeteilt, dass das Inserat auf Booking falsch war und die Wohnung nur für Langzeitmieter sei. So fuhren wir abends um 20.00 Uhr genervt und hungrig durch die Gegend auf der Suche nach einer Bleibe. Das Schicksal meinte es aber doch noch gut mit uns. An einer perfekten Lage sahen wir ein grosses Schild mit «Bungalow available». Und siehe da, wir fanden ein preiswertes Zimmer mit 4 Betten und einer traumhaften Aussicht.

Obwohl der Surfspot nicht wirklich gut war, verlängerten wir trotzdem unser Bungalow um weitere zwei Nächte da uns der Ort sehr gut gefiel und vor uns wieder eine Strecke von weiteren 290 km lag.

Nuevo Vallarta

In Nuevo Vallarta angekommen, mieteten wir uns für vier Tage erneut ein ganzes Haus. Zusätzlich hatte sich die Freundin von einem unserer beiden Kollegen zu uns gesellt. Nach knapp 1.5 Wochen Roadtrip hatte dann auch jeder von uns ein wenig Ruhe nötig. Nuevo Vallarta ist ein ruhiges Dorf, nur wenige Fahrminuten von Puerto Vallarta enfernt. Eine sehr schöne und lebendige Stadt. Auch hier war nicht viel mit surfen. Der einzige Spot war knapp 40 Minuten entfernt und als wir da waren, war das Wasser flach. Gemäss unserer App würde sich das auch die nächsten Tage nicht ändern. So verbrachten wir unsere Zeit mit Fitness, Ortschaft entdecken und feiern am Abend.

Sayulita

Bei der Abreise nach Sayulita, unserem Zielort, standen wir vor einer neuen Herausforderung. Wir mussten eine weitere Person plus drei Gepäckstücke mehr im bereits vollen Auto unterbringen. Irgendwie konnten wir auch dieses Problem lösen. So lagen die letzten und definitiv unbequemsten restlichen 40 km vor uns. Da Sayulita ein kleines Surfer Dorf war und nicht viele gute Unterkünfte verfügbar waren, trennten sich hier unsere Wege und jeder hielt für sich selber Ausschau für eine Unterkunft. Natürlich trafen wir uns regelmäßig zum Surfen und auch zum Feiern des 30. Geburtstags von Patrick.

Da unsere Schwester und Ihr Freund ankündigten uns am 21. April besuchen zu kommen, vereinbarten wir ein Treffen in Cancún. Da Cancún fast 2’000 Km entfernt lag, gab es zwei Optionen:

  • Ein Flug von Puerto Vallarta mit Zwischenhalt in Mexiko City
  • Ein Flug direkt von Guadalajara

Wie wir uns entschieden haben und wie es uns dabei ergangen ist erfährt Ihr im nächsten Artikel!      

Randdaten zu unserem Roadtrip

Puerto Escondido – Sayulita

Dauer: 2 Wochen

Oaxaca / Guerrero / Michoacan / Colima / Jalisco / Nayarit = 6 Bundesstaaten

624 + 29 + 165 + 132 + 141 + 271 + 40 = 1402Km

10.25 + 37 + 2.27 + 2.44 + 2.19 + 4.36 + 1 = 24.08h

An dieser Stelle möchten wir uns nochmals bei unserer Crew für die geile Zeit bedanken.

Könnte dir auch gefallen

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Internetseite verwendet Cookies, Google Analytics und den Facebook-Pixel für die Analyse und Statistik. Cookies helfen uns, die Benutzerfreundlichkeit unserer Website zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Einverstanden Datenschutzerklärung